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Wohnungslüftung – Welche Konsequenzen hat ein nicht ausreichender Luftwechsel (Teil 3)

Zwei wesentliche Fakten sollten hier für weitere Schlussfolgerungen im Focus stehen.

  1. Feuchte
  2. Kohlendioxyd

Die Feuchte in der Raumluft birgt 3 Risiken

  1. Bauschäden
  2. Gesundheit Schäden
  3. Unbehaglichkeit

Bauschäden entstehen, wenn die Feuchtigkeit Schimmelpilz bildet. Dieser ist hochtoxisch und muss, wenn vorhanden, großflächig entfernt werden. In Fertighäusern in Holzkonstruktionsbauweise kann es sein, dass das Haus nicht mehr saniert werden kann.
Die Schimmelpilzsporen sind für Menschen ausgesprochen gefährlich und unabhängig davon sind hohen Luftfeuchten für die Behaglichkeit des Menschen kontraproduktiv.

Sie sollten im Zusammenhang mit Luftfeuchte sich immer vor Augen führen welchen Mengen an Wasser in einem Monat von einer vierköpfigen Familie im Haus freigesetzt wird.

Es sind ca. 140-160 ltr. Eine Badewanne voll Wasser die freigesetzt werden. Sie kommen bestimmt nicht auf die Idee eine volle Badewanne auszukippen. Aber genau dies geschieht Stunde um Stunde Tag für Tag. Alleine der Mensch gibt pro Stunde in Ruhe 40 Gramm Wasser als Wasserdampf in seine Umgebung ab. Das entspricht ca.29 Ltr. Wasser pro Monat. Hinzu kommt noch Wasser durch Duschen, Kochen, Pflanzen etc.

Aber was noch schlimmer ist, dass die höchste Wasserdampfabgabe dort abläuft wo Sie es am wenigsten erwarten. Die problematischsten Räume des Hauses sind nicht Bäder oder Küchen. Es sind die Schlafräume. Ein durchschnittliches Elternschlafzimmer hat ca. 40m³ Volumen . Wenn sich 2 Personen für 8 Stunden aufhalten werden ca. 640 Gramm Wasserdampf freigesetzt . Ohne Lüftung des Raumes geschieht folgendes

Pro m³ Raumluft kann die Luft 11Gramm Wasserdampf bis zur 100% Sättigung aufnehmen. (Grüne Linie und Aufnahme in Gramm die beiden roten Linien))Bei einem Raum mit 40m³ bedeutet dies 440 Gramm Wasserdampf werden aufgenommen die restlichen 240 Gramm sättigen hygroskopische Stoffe oder aber sie kondensieren aus. Wenn das Wasser auskondensiert entsteht der Bauschimmel mit allen Problemen wie beschrieben.

Es gibt aber noch ein weiterer Schadstoff der in diesem Zusammenhang betrachtet werden sollte CO²(Kohlendioxyd).
Hier muss betrachtet werden wo die zumutbare Grenze für Menschen liegt . Ein Diagramm zeigt dies auf.
Ab 950ppm wird der Co² Gehalt der Luft kritisch.
Der CO2-Gehalt der Ausatemluft liegt recht konstant bei 4 Prozent, also 40 Milliliter CO2 pro Liter Luft. Der Sauerstoffverbrauch und somit der CO2-Ausstoß werden jedoch von der Körpergröße und vor allem der Körperaktivität beeinflusst: Während in Ruhe ungefähr 4 Liter Luft pro Minute die Lunge passieren, steigert sich dies bei körperlicher Belastung auf über 50 Liter pro Minute.
Das heißt wir Atmen4ltr./min*60 min *40ml = ca. 9600 Milliliter CO² pro Stunde/Pers. aus .( Ein Milliliter entspricht 1ppm )

In einem Schlafzimmer wird pro Person und Nacht bis zu 400 Gramm Wasserdampf freigesetzt. Vorausgesetzt wird dass der Raum bestimmungsgemäß zur Ruhe und Erholung genutzt wird. Die Anzahl der Personen sowie eventuelle körperliche Aktivitäten in diesem Raum haben erheblichen Einfluss auf den Feuchtewert. Luft kann nur eine sehr begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen. Der verbleibende Anteil der erhöhten Luftfeuchtigkeit geht in die Bettwäsche, in Wände, Decken, Teppiche usw. Eine „doppelt gesteppte dampfbremsende Tagesdecke“ gleich morgens über das noch warme Bett gelegt, führt dazu, dass die Feuchtigkeit in der Bettwäsche und der Matratze gestaut wird. Sie kann nicht entweichen. Ist unter der Matratze ein Kasten, verbleibt die Feuchtigkeit in diesem geschlossenen Raum und wird zur Brutstätte für Milben und Schimmelpilze.

 

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