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Wohnungslüftung – Lüften nach Konzept DIN 1946-6 (Teil 1)

Lüftung von Wohnungen Mit Ausgabedatum Mai 2009 wurde nach mehrjähriger Überarbeitung die aktualisierte Lüftungsnorm DIN 1946-6 veröffentlicht. Damit ist sie für alle am Bau Beteiligten verbindlich. Sie schafft Regeln für die Belüftung von Wohngebäuden (Neubauten und Sanierungen) und legt Grenzwerte sowie Berechnungsmethoden für den notwendigen Luftaustausch fest. Sie definiert erstmalig ein Nachweisverfahren, ob eine lüftungstechnische Maßnahme für ein Gebäude erforderlich ist. Ziele Wegen der heute vorgeschriebenen energiesparenden Bauweise, sind die Haushüllen so dicht, dass bei üblichem Lüftungsverhalten nicht genügend neue Luft nachströmt. Die Folgen können Feuchteschäden, Schimmelbefall und Schadstoffanreicherungen in der Raumluft sein. Die verschiedenen Regelwerke (u.a. Energieeinsparverordnung (EnEV), DIN 4108-2, DIN 1946-6) forderten gleichzeitig eine dichte Gebäudehülle und die Sicherstellung eines Mindestluftwechsels. Damit standen sie scheinbar im Widerspruch zueinander. Bisher blieb offen, wie diese Mindestlüftung erfolgen muss: manuell durch den Nutzer oder durch eine Lüftungsanlage? Die aktualisierte Fassung der DIN 1946-6 schließt diese Lücke und konkretisiert, für welche Leistungen der Nutzer herangezogen werden kann und – viel wichtiger – für welche nicht. Lüftungskonzept und Lüftungsstufen Die DIN 1946-6 verlangt jetzt die Erstellung eines Lüftungskonzeptes für Neubauten und Renovierungen. Für letztere ist ein Lüftungskonzept notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet werden. Das heißt: Der Planer oder Verarbeiter muss festlegen, wie aus Sicht der Hygiene und des Bauschutzes der notwendige Luftaustausch erfolgen kann. Das Lüftungskonzept kann von jedem Fachmann erstellt werden, der in der Planung, der Ausführung oder der Instandhaltung von lüftungstechnischen Maßnahmen oder in der Planung und Modernisierung von Gebäuden tätig ist. Herzstück der Norm ist die Festlegung von vier Lüftungsstufen unterschiedlicher Intensität:

  • Lüftung zum Feuchteschutz Lüftung in Abhängigkeit vom Wärmeschutzniveau des Gebäudes zur Gewährleistung des Bautenschutzes (Feuchte) unter üblichen Nutzungsbedingungen bei teilweise reduzierten Feuchtelasten (z.B. zeitweilige Abwesenheit der Nutzer, Verzicht auf Wäschetrocknen). Diese Stufe muss gemäß Norm ständig und nutzerunabhängig sichergestellt sein.
  • Reduzierte Lüftung zusätzlich notwendige Lüftung zur Gewährleistung des hygienischen Mindeststandards (Schadstoffbelastung) und Bautenschutzes bei zeitweiliger Abwesenheit des Nutzers. Diese Stufe muss weitestgehend nutzerunabhängig sichergestellt sein.
  • Nennlüftung beschreibt die notwendige Lüftung zur Gewährleistung der hygienischen und gesundheitlichen Erfordernisse sowie des Bautenschutzes bei Normalnutzung der Wohnung. Der Nutzer kann hierzu teilweise mit aktiver Fensterlüftung herangezogen werden.
  • Intensivlüftung dient dem Abbau von Lastspitzen (z. B. durch Kochen, Waschen) und auch hier kann der Nutzer teilweise mit aktiver Fensterlüftung herangezogen werden.

Wichtigste Frage bei der Erarbeitung des Lüftungskonzeptes ist es, wie die Lüftung zum Feuchteschutz sichergestellt werden kann.

Faktoren, die in die Berechnung einfließen, sind Dämmstandard, Art sowie Lage des Gebäudes. Erstere geben den Hinweis darauf, mit welchen Undichtheiten in der Haushülle gerechnet werden kann. Die Wohnfläche zeigt die zu erwartenden Belastungen. Die Lage des Hauses ist wichtig, um die Windbelastung einzuschätzen. Es gilt die Faustregel: je mehr Wind desto größer die natürliche Infiltration. Der Norm ist deswegen eine Windkarte des deutschen Wetterdienstes hinterlegt. Lüftungstechnische Maßnahmen reicht die Luftzufuhr über Gebäudeundichtheiten nicht aus, um die Lüftung zum Feuchteschutz sicher zu stellen, muss der Planer lüftungstechnische Maßnahmen (LtM) vorsehen. Das kann die zusätzliche Lüftung über Schächte oder in der Außenhülle eingelassene Ventile, so genannte Außenwandluftdurchlässe (ALD), sein oder über den Ventilator gestützte Lüftung von technischen Wohnungslüftungsanlagen erfolgen. Für diese Stufe ist es unzulässig, aktive Fensterlüftung durch die Bewohner einzuplanen. Die Lüftung zum Feuchteschutz muss nutzerunabhängig funktionieren! Auch für die nachfolgenden Lüftungsstufen muss der Planer festlegen, wie er den notwendigen Luftaustausch erzielen will.

Bei Quer- und Schachtlüftungssystemen muss er die aktive Fensterlüftung schon ab der reduzierten Lüftung einplanen und sollte den Nutzer explizit darauf hinweisen. Bei dem Ventilator gestützten Lüftung kann – falls erforderlich – der Planer das aktive Öffnen der Fenster bei der Intensivlüftung berücksichtigen. Bei erhöhten Anforderungen an Energieeffizienz, Schallschutz und Raumluftqualität ist immer ein Ventilator gestützte Lüftung erforderlich. Sonderfall „Fensterlose Räume“

Einen Sonderfall stellen fensterlose Räume in einer Wohnung dar. Ihre Belüftung muss nach wie vor nach den Vorgaben der aktuellen DIN 18017-3 Ausgabe Juli 2009 geplant und umgesetzt werden. Gemäß der DIN 1946-6 können die für fensterlose Räume vorgesehenen Lüftungstechnischen Maßnahmen ausreichend sein, um die Versorgung der gesamten Wohneinheit mit frischer Luft zu gewährleisten. Auch dies muss für den Einzelfall geprüft werden und ist mit einigen Fragen verbunden. So stellt sich die Frage, inwieweit eine abschaltbare Belüftungseinrichtung im Bad ausreichend für die Lüftung zum Feuchteschutz der gesamten Wohnung sein kann, wenn sie in der Regel nur kurze Zeit am Tag läuft. Haftungsrisiken: Die aktualisierte Norm DIN 1946-6 sorgt in den entscheidenden Bereichen für Rechtssicherheit. Trotzdem bleiben selbst bei Einhaltung der Norm rechtliche Risiken für Planer und Bauausführende bestehen. Selbst bei strikter Einhaltung der Vorgaben kann es sein, dass für die Herstellung eines hygienischen Raumklimas die notwendige aktive Fensterlüftung, die sich auch aus dem Lüftungskonzept ergibt, als unzumutbar eingeschätzt wird. So Stufen zum Beispiel die Gerichte zunehmend bei ganztägig berufstätigen Nutzern bereits ein zweimaliges Stoßlüften am Tag als kritisch bzw. als nicht zumutbar ein. Kritisch wird die Lage auch bei milden Wintern, bei Windstille und in den Übergangsjahreszeiten. Die geringeren Temperaturunterschiede zwischen Wohnungs- und Außenluft verlangsamen den Luftaustausch. Reicht ein 10-minütiges Lüften bei kaltem Wetter aus, um die Raumluft einmal komplett auszuwechseln, reduziert sich die Luftwechselrate bei milderen Temperaturen drastisch. Schon bei 0° Celsius können aus hygienischer Sicht deutlich mehr Lüftungen pro Tag erforderlich sein. Solch häufiges Lüften ist den Bewohnern nach der heutigen Rechtsprechung nicht zuzumuten.

Durch einen entsprechenden Passus in den allgemeinen Geschäftsbedingungen ist diesem Umstand nicht zu entkommen. In einem solchen Fall müssten schon sehr detaillierte Lüftungsanweisungen deutlicher Vertragsbestandteil werden. Und selbst dann ist es nach Ansicht von Rechtsexperten höchst zweifelhaft, ob nicht ein Verstoß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik vorliegt. Wer auf der sicheren Seite sein will, plant so, dass bei einem realistisch eingeschätzten Lüftungsverhalten der Menschen der hygienische Luftaustausch sichergestellt ist. Das Lüftungskonzept zeigt dazu Lösungsansätze auf.

Der Aufsatz wurde vom Bundesverband für Wohnungslüftung erarbeitet

Fakt ist, dass Gebäude die Heute entsprechend GEG gebaut werden keine natürliche Lüftung, zumindest in ausreichender Menge herstellt.

Zwei wesentliche Fakten sollten hier für weitere Schlussfolgerungen im Focus stehen.

  1. Feuchte
  2. Kohlendioxyd

Die Feuchte in der Raumluft birgt 3 Risiken

  1. Bauschäden
  2. Gesundheit Schäden
  3. Unbehaglichkeit

Bauschäden entstehen, wenn die Feuchtigkeit Schimmelpilz bildet. Dieser ist hochtoxisch und muss, wenn vorhanden, großflächig entfernt werden. In Fertighäusern in Holzkonstruktionsbauweise kann es sein, dass das Haus nicht mehr saniert werden kann.
Die Schimmelpilzsporen sind für Menschen ausgesprochen gefährlich und unabhängig davon sind hohen Luftfeuchten für die Behaglichkeit des Menschen kontraproduktiv.

Sie sollten im Zusammenhang mit Luftfeuchte sich immer vor Augen führen welchen Mengen an Wasser in einem Monat von einer vierköpfigen Familie im Haus freigesetzt wird.

Es sind ca. 140-160 ltr. Eine Badewanne voll Wasser die freigesetzt werden. Sie kommen bestimmt nicht auf die Idee eine volle Badewanne auszukippen. Aber genau dies geschieht Stunde um Stunde Tag für Tag. Alleine der Mensch gibt pro Stunde in Ruhe 40 Gramm Wasser als Wasserdampf in seine Umgebung ab. Das entspricht ca.29 Ltr. Wasser pro Monat. Hinzu kommt noch Wasser durch Duschen, Kochen, Pflanzen etc.
Aber was noch schlimmer ist, dass die höchste Wasserdampfabgabe dort abläuft wo Sie es am wenigsten erwarten. Die problematischsten Räume des Hauses sind nicht Bäder oder Küchen. Es sind die Schlafräume. Ein durchschnittliches Elternschlafzimmer hat ca. 40m³ Volumen . Wenn sich 2 Personen für 8 Stunden aufhalten werden ca. 640 Gramm Wasserdampf freigesetzt . Ohne Lüftung des Raumes geschieht folgendes

Pro m³ Raumluft kann die Luft 11Gramm Wasserdampf bis zur 100% Sättigung aufnehmen. (Grüne Linie und Aufnahme in Gramm die beiden roten Linien))Bei einem Raum mit 40m³ bedeutet dies 440 Gramm Wasserdampf werden aufgenommen die restlichen 240 Gramm sättigen hygroskopische Stoffe oder aber sie kondensieren aus. Wenn das Wasser auskondensiert entsteht der Bauschimmel mit allen Problemen wie beschrieben.

Es gibt aber noch ein weiterer Schadstoff der in diesem Zusammenhang betrachtet werden sollte CO²(Kohlendioxyd).
Hier muss betrachtet werden wo die zumutbare Grenze für Menschen liegt . Ein Diagramm zeigt dies auf.
Ab 950ppm wird der Co² Gehalt der Luft kritisch.
Der CO2-Gehalt der Ausatemluft liegt recht konstant bei 4 Prozent, also 40 Milliliter CO2 pro Liter Luft. Der Sauerstoffverbrauch und somit der CO2-Ausstoß werden jedoch von der Körpergröße und vor allem der Körperaktivität beeinflusst: Während in Ruhe ungefähr 4 Liter Luft pro Minute die Lunge passieren, steigert sich dies bei körperlicher Belastung auf über 50 Liter pro Minute.
Das heißt wir Atmen4ltr./min*60 min *40ml = ca. 9600 Milliliter CO² pro Stunde/Pers. aus .( Ein Milliliter entspricht 1ppm )

Auf das Schlafzimmer bezogen bedeutet dies , das der CO² Anstieg im Raum pro Pers. Und Stunde 240ppm beträgt. Ein ganz saubere Aussenluft hat ca. 400ppm CO², Das bedeutet , dass spätestens nach 2 Stunden Schlaf ein Luftwechsel stattfinden muss um keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu haben.

Schimmel durch Baufeuchtigkeit – was tun?

Ein Neubau weist zu Beginn rund 90 Liter Wasser je Quadratmeter auf. Diese Feuchtigkeit gelangt ins Gebäude, wenn beispielsweise feuchte Baustoffe wie Beton oder Estrich genutzt werden. Entfernen wir diese Baufeuchte nicht ausreichend, kann dies verschiedene Folgen haben. So können Bauschäden auftreten, die wiederum zur Schimmelbildung führen können, wodurch die Gesundheit der Bewohner erheblich gefährdet wird. Aus diesem Grund ist es nach einer Sanierung oder bei einem Neubau besonders wichtig, für eine ordentliche Trocknung zu sorgen.

Feuchtigkeit führt zu Schimmel – und gefährdet so die Gesundheit

Schimmel setzt sich vor allem dann an Wänden, Decken oder Fußböden ab, wenn er ausreichend Feuchtigkeit vorfindet. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist daher für Schimmel an oder sogar in den Wänden ideal, um sich schnell anzusiedeln und auszubreiten. Setzten sich die Schimmelsporen in unseren Wohnräumen ab, kann dies schnell zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die Gesundheit der Menschen werden, die sich regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum in diesen Räumen aufhalten. Während Schimmelsporen in der Luft in der Natur vollkommen ungefährlich sind, können sie in hoher Konzentration, wie etwa, wenn sich Hausschimmel in Räumen ausbreitet, verschiedene Erkrankungen auslösen oder begünstigen. Darunter Symptome, die wir meist erst spät einem potenziellen Schimmelbefall zuordnen, wie etwa andauernde Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Magen- und Darmbeschwerden. Möglich sind jedoch auch Erkrankungen der Atemwege, hartnäckige allergische Reaktionen der Haut oder sogar chronische Beschwerden wie Luftknappheit. Aus diesem Grund sollte Schimmel im Haus unbedingt vermieden oder, sollte er sich bereits festgesetzt haben, gründlich und professionell entfernt werden.
Schimmelbildung kann unterschiedliche Gründe haben. So kann falsches Heizen und Lüften ebenso zu Schimmel in der Wohnung führen wie beispielsweise Wasserschäden, insbesondere dann, wenn diese erst spät erkannt oder nicht fachgerecht gelöst werden.
Eine weitere Ursache für Schimmel kann jedoch auch Baufeuchtigkeit sein. Dieser Faktor wird nicht selten unterschätzt und trägt gegebenenfalls erheblich dazu bei, dass sogar in Neubauten oder frisch sanierten Gebäuden Schimmel entsteht.

Baufeuchte im Neubau – Schimmelbildung von Anfang an vermeiden

Entstehen Neubauten, wird in aller Regel alles unternommen, um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Um zu verhindern, dass sich zusätzlich Feuchtigkeit in den Mauern oder Bauteilen absetzt, sollte daher dringend darauf geachtet werden, dass wichtige Elemente wie etwa Dichtungen oder auch Fenster und Türen zügig eingebaut werden. Zudem ist es wichtig, verstärkt zu lüften und zu heizen, um die Feuchtigkeit aus den Bauteilen zu vertreiben – auch dann noch, wenn bereits in den Räumen gewohnt wird. Möglich ist es zudem, eine technische Trocknung durchführen zu lassen. Hierbei wird bereits der Rohbau nach dem Verlegen des Estrichs etwa einen Monat lang technisch getrocknet. Dies minimiert die Wartezeit maßgeblich, sollte jedoch unbedingt von einem Fachbetrieb umgesetzt werden.
Die ersten Jahre im Neubau – weiterhin gründlich Lüften!
Bis ein Neubau vollständig ausgetrocknet ist, vergeht einige Zeit. Noch während wir bereits in den neuen Wohnräumen leben, entweicht Feuchtigkeit aus den Bauelementen. Daher ist es besonders wichtig, vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren nach Bezug, auf ein vernünftiges Heiz- und Lüftverhalten zu achten, um diese Trocknung voranzutreiben.
Bleibt Feuchtigkeit in den Wänden zurück, kann dies dazu führen, dass sich hartnäckiger Schimmelpilz ansiedelt. Nicht selten geschieht dies an eher unzugänglichen Stellen, wie etwa hinter Tapete, unter Fußbodenbelägen oder hinter sperrigen Möbelstücken.

Zu den Symptomen und Krankheiten, die durch Schimmelpilze in der Wohnung ausgelöst werden können (Schimmelpilzbelastung), zählen:

  • Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Asthma, Bronchitis
  • Halskratzen, Heiserkeit, Husten
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Schlaflosigkeit
  • Brennende, gerötete Augen

Momentan herrscht in vielen Regionen Deutschlands Hochwasser. Mit der Flut kommen auch gesundheitliche Gefahren. Doch es treten nicht nur akute Probleme auf, auch nach den Aufräumarbeiten kann der Körper langfristig belastet werden: Schimmel kann bereits bei kleinen Wasserschäden große Probleme anrichten und die Gesundheit beeinträchtigen.Schimmelpilze sind omnipräsent. Die kleinen Pilze bilden Sporen, die lediglich unter dem Mikroskop sichtbar sind. Sie wachsen nur in feuchter Umgebung. Feuchte und nasse Räume, wie sie beispielsweise nach einem Hochwasser oder durch falsches Lüften entstehen, beschleunigen das Wachstum des Schimmels.

Schimmel: So gefährlich sind Sporen für die Gesundheit

Besonders die Sporen der Schimmelpilze können die Gesundheit negativ beeinflussen. Die kleinen Partikel werden eingeatmet und können dem Körper schaden:

Schimmel verursacht allergische Reaktionen: Symptome, die häufig bei Heuschnupfen auftreten, können auch durch Schimmel ausgelöst werden. Betroffene leiden an einer laufenden Nase, Augenreizungen und Niesen. Allergische Reaktionen gegen Schimmel treten ganzjährig und häufig akut auf, besonders bei Kindern können allerdings Spätreaktionen in Form von Allergien oder Asthma auftreten.
Entzündungen der Atemwege: Schimmelsporen, welche in die Atemwege geraten, aber dort nicht selbstständig vom Körper bekämpft werden können, führen zu Entzündungen der betroffenen Stellen. Infolgedessen können Lungenbereiche vernarben, was den Gasaustausch in der Lunge und somit das Atmen erschweren kann.
Erhöhtes Risiko einer Asthmaerkrankung: Schimmelsporen können eine Asthmaerkrankung auslösen und auch verstärken. Beim Asthma kommt es zur Schwellung der Schleimhäute in den Atemwegen, Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur und einer gesteigerten Schleimproduktion. Folgen sind chronischer Husten und akute Atemnot.

Schimmel erkennen und vorbeugen
Wohnhäuser können durch Hochwasser auch langfristig durchfeuchtet sein. Nach Abfluss des Wassers sind Wände, Decken und Böden meist weiterhin betroffen. Dies begünstigt die Bildung von Schimmelpilzen und Bakterien.

So sollten Sie sich nach dem Hochwasser verhalten, um Schimmel zu vermeiden:
Nutzen Sie Heizgeräte und Trockner.
Achten Sie auch auf feuchte und kaputte Möbel.
Trocknen Sie besonders anfällige Bausubstanzen wie Gipsschutzschichten, Holzverkleidungen, Tapeten und Leichtbauwände.
Zudem empfiehlt es sich, das betroffene Gebäude von Expert*innen überprüfen zu lassen oder sich bei der Feuerwehr vor Ort zu informieren. Auch bei geringem Wasserstand, beispielsweise im Keller, kann sich Schimmel bilden. Richtiges Heizen und Lüften im Winter und ein geregelter Austausch von Feuchtigkeit sind allgemein zu empfehlen, um Schimmel zu vermeiden.

Hinweise auf Schimmel sind: braune und schwarze Flecken an Wänden, Decken oder Möbeln modriger und muffiger Geruch

Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/news/schimmel-gesundheit

Die Menge des CO2-Gehalts in Innenräumen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man unterscheidet dabei zwischen biotischen und abiotischen Faktoren.

Im Grunde hängen die CO2-Konzentration und die damit eng verbundene Raumluftqualität von folgenden Umständen ab:

  • Raumbelegung
  • Raumgröße
  • Belüftungssituation
  • Zeitdauer der Raumnutzung
  • Anzahl der Personen
  • Aktivität der Nutzer

Höhere Konzentrationen sind außerdem möglich durch:

  • Rauchen von Tabak
  • Kerzen
  • offene Öl- und Gasleuchten
  • offene Flammen
  • technische Anlagen, die CO2 ausstoßen
  • Gärungsvorgänge

Max von Pettenkofer machte aus der Hygiene eine Wissenschaft und gilt somit als erster Hygieniker Deutschlands. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigte er sich mit der Qualität der Raumluft und machte eine zu hohe Kohlenstoffdioxidkonzentration als eine der Faktoren für niedrige Luftqualität in Innenräumen aus. Lange Zeit galt die sogenannte Pettenkoferzahl, 1.000 ppm (0,1%), als Indikator und Grenzwert für gute Raumluftqualität.

Noch heute dient sie als wichtige Zielgröße. Denn ab dieser Menge können bereits Merkmale von Unwohlsein durch zu viel CO₂-Konzentration in der Luft, wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit auftreten.

Auswirkungen von CO2 auf die Gesundheit

Schadstoffe, wie Kohlenstoffdioxid in der Atemluft stellen eines der fünf größten Risiken für die öffentliche Gesundheit dar. Sie führen zu Beschwerden wie Unwohlsein, Konzentrationsschwäche und Produktivitätsverlust. Diese Symptome treten bereits auf, lange bevor man schlechte Luft, beziehungsweise eine zu hohe CO2-Konzentration in der Atemluft bewusst wahrnimmt. Je nach Intensität der Nutzung eines Raumes steigt die Menge an Kohlenstoffdioxid in der Raumluft an und verschlechtert die Qualität dieser erheblich. Der menschliche Körper benötigt Sauerstoff, um richtig zu funktionieren, zu viel CO2 in der Atemluft behindert den Körper an der Aufnahme von Sauerstoff. Hinreichende Qualität, mit Hilfe durch Überwachung von Raumluft innerhalb von Gebäuden, ist daher von großer Notwendigkeit.
Denn eine zu hohe CO2-Konzentration kann Folgen haben. Schon ab einem Wert von 1.200 –1.500 ppm kann sich, je nach Person und Befindlichkeiten, das allgemeine Wohlergehen enorm verschlechtern und es können Beschwerden wie Schläfrigkeit, Unaufmerksamkeit, Verringerung der Konzentration oder Kopfschmerzen auftreten, bei ansteigendem Kohlenstoffdioxidgehalt kann sich schließlich auch die Atemfrequenz und das Atemzugsvolumen erhöhen. Zu viel CO2 in der Raumluft führt an Arbeitsplätzen, Schulen und Kitas zu höheren Fehlzeiten. Diesen lässt sich durch verstärktes Lüften und Monitoring mit Klimaanlagen oder Luftfiltern entgegenwirken. Für das Ermitteln des CO2-Gehalts in der Luft gibt es spezielle Messgeräte, die bei Bedarf auch Alarm schlagen können. Durch einen regelmäßigen Luftaustausch in den Räumen steigt die Leistung sowohl von Arbeitnehmer*innen als auch von Schüler*innen nachweislich wieder an.

Mit dem Kohlendioxidgehalt steigt auch das Ansteckungsrisiko. Wo eine hohe CO2- Konzentration herrscht, befinden sich besonders viele Aerosole und Keime. Wissenschaftler untersuchten das Ansteckungsrisiko bei einer Grippe, dabei waren 30 Personen für vier Stunden in einem Klassenraum, in welchem eine Person eine akute Grippe hatte. Das Ergebnis bestätigte eine höhere Ansteckungsgefahr bei zu hohem CO2-Level. Bei 1.000 ppm steckten sich fünf Personen an, bei 2.000 ppm bereits zwölf und bei 3.000 ppm wurden 15 Personen angesteckt.

CO₂-Konzentrationen und mögliche Auswirkungen

Zu viel CO2 in der Raumluft kann aber nicht nur zu starken Kopfschmerzen, Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, vermehrten Ansteckungen und erhöhter Atemfrequenz führen. Eine zu hohe Konzentration kann für den Menschen durchaus gesundheitlich bedenklicher und noch gefährlicher werden. Bei über 100.000 ppm kann es zu Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit kommen. Steigt die Menge an CO2 in der Raumluft auf über 200.000 ppm an, kann dies im schlimmsten Fall zum Tod führen. Die Auswirkungen von zu viel Kohlendioxid in der Luft waren schon früh bekannt. Bereits Bergleute waren sich möglicher Gefahren bewusst und nahmen sich zum Schutz eine Kerze mit unter Tage. Erlosch diese, war dies ein Anzeichen für ein zu hohes CO2-Level (ca. 100.000 ppm) und die Kumpel wussten, dass sie sich in Lebensgefahr begeben würden, denn bereits diese Menge an Kohlenstoffdioxid in der Luft kann zu Bewusstlosigkeit führen.
Viren, die sich unter anderem über Aerosole in der Atemluft verbreiten, können so allerdings nicht direkt eingedämmt oder gestoppt werden. Durch regelmäßiges und vor allem richtiges Lüften und dem damit verbundenen Luftaustausch verringert sich jedoch das Risiko einer Ansteckung.

CO2 ist zwar nicht alleiniges Kriterium für eine gesundheitliche Bewertung, allerdings handelt es sich um einen wichtigen Indikator für die Gesamtsituation. Um dem Risiko von zu viel CO2 Konzentration in der Atemluft entgegenzuwirken hilft ein Luftaustausch.

Gerade in der kalten Jahreszeit werden die Fenster seltener zum Lüften geöffnet. Keime und Aerosole, die sich besonders lange, über mehrere Stunden, in der Luft aufhalten können, fühlen sich in der warmen Heizungsluft noch wohler und verteilen und verbreiten sich in den Räumlichkeiten. Während einer Grippewelle und in Zeiten einer Pandemie, sollte besonders darauf geachtet werden, regelmäßig zu lüften. Dabei entsteht ein Luftaustausch, der die Verbreitung der Viren und Keime verringert und somit auch das Risiko einer Ansteckung senkt.

 

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