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Wohnungslüftung – Schimmel (Teil 4)

Schimmel durch Baufeuchtigkeit – was tun?

Ein Neubau weist zu Beginn rund 90 Liter Wasser je Quadratmeter auf. Diese Feuchtigkeit gelangt ins Gebäude, wenn beispielsweise feuchte Baustoffe wie Beton oder Estrich genutzt werden. Entfernen wir diese Baufeuchte nicht ausreichend, kann dies verschiedene Folgen haben. So können Bauschäden auftreten, die wiederum zur Schimmelbildung führen können, wodurch die Gesundheit der Bewohner erheblich gefährdet wird. Aus diesem Grund ist es nach einer Sanierung oder bei einem Neubau besonders wichtig, für eine ordentliche Trocknung zu sorgen.

Feuchtigkeit führt zu Schimmel – und gefährdet so die Gesundheit

Schimmel setzt sich vor allem dann an Wänden, Decken oder Fußböden ab, wenn er ausreichend Feuchtigkeit vorfindet. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist daher für Schimmel an oder sogar in den Wänden ideal, um sich schnell anzusiedeln und auszubreiten. Setzten sich die Schimmelsporen in unseren Wohnräumen ab, kann dies schnell zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die Gesundheit der Menschen werden, die sich regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum in diesen Räumen aufhalten. Während Schimmelsporen in der Luft in der Natur vollkommen ungefährlich sind, können sie in hoher Konzentration, wie etwa, wenn sich Hausschimmel in Räumen ausbreitet, verschiedene Erkrankungen auslösen oder begünstigen. Darunter Symptome, die wir meist erst spät einem potenziellen Schimmelbefall zuordnen, wie etwa andauernde Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Magen- und Darmbeschwerden. Möglich sind jedoch auch Erkrankungen der Atemwege, hartnäckige allergische Reaktionen der Haut oder sogar chronische Beschwerden wie Luftknappheit. Aus diesem Grund sollte Schimmel im Haus unbedingt vermieden oder, sollte er sich bereits festgesetzt haben, gründlich und professionell entfernt werden.
Schimmelbildung kann unterschiedliche Gründe haben. So kann falsches Heizen und Lüften ebenso zu Schimmel in der Wohnung führen wie beispielsweise Wasserschäden, insbesondere dann, wenn diese erst spät erkannt oder nicht fachgerecht gelöst werden.
Eine weitere Ursache für Schimmel kann jedoch auch Baufeuchtigkeit sein. Dieser Faktor wird nicht selten unterschätzt und trägt gegebenenfalls erheblich dazu bei, dass sogar in Neubauten oder frisch sanierten Gebäuden Schimmel entsteht.

Baufeuchte im Neubau – Schimmelbildung von Anfang an vermeiden

Entstehen Neubauten, wird in aller Regel alles unternommen, um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Um zu verhindern, dass sich zusätzlich Feuchtigkeit in den Mauern oder Bauteilen absetzt, sollte daher dringend darauf geachtet werden, dass wichtige Elemente wie etwa Dichtungen oder auch Fenster und Türen zügig eingebaut werden. Zudem ist es wichtig, verstärkt zu lüften und zu heizen, um die Feuchtigkeit aus den Bauteilen zu vertreiben – auch dann noch, wenn bereits in den Räumen gewohnt wird. Möglich ist es zudem, eine technische Trocknung durchführen zu lassen. Hierbei wird bereits der Rohbau nach dem Verlegen des Estrichs etwa einen Monat lang technisch getrocknet. Dies minimiert die Wartezeit maßgeblich, sollte jedoch unbedingt von einem Fachbetrieb umgesetzt werden.

Die ersten Jahre im Neubau – weiterhin gründlich Lüften!

Bis ein Neubau vollständig ausgetrocknet ist, vergeht einige Zeit. Noch während wir bereits in den neuen Wohnräumen leben, entweicht Feuchtigkeit aus den Bauelementen. Daher ist es besonders wichtig, vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren nach Bezug, auf ein vernünftiges Heiz- und Lüftverhalten zu achten, um diese Trocknung voranzutreiben.
Bleibt Feuchtigkeit in den Wänden zurück, kann dies dazu führen, dass sich hartnäckiger Schimmelpilz ansiedelt. Nicht selten geschieht dies an eher unzugänglichen Stellen, wie etwa hinter Tapete, unter Fußbodenbelägen oder hinter sperrigen Möbelstücken.

Zu den Symptomen und Krankheiten, die durch Schimmelpilze in der Wohnung ausgelöst werden können (Schimmelpilzbelastung), zählen

  • Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Asthma, Bronchitis
  • Halskratzen, Heiserkeit, Husten
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Schlaflosigkeit
  • Brennende, gerötete Augen

Momentan herrscht in vielen Regionen Deutschlands Hochwasser. Mit der Flut kommen auch gesundheitliche Gefahren. Doch es treten nicht nur akute Probleme auf, auch nach den Aufräumarbeiten kann der Körper langfristig belastet werden: Schimmel kann bereits bei kleinen Wasserschäden große Probleme anrichten und die Gesundheit beeinträchtigen.

Schimmelpilze sind omnipräsent. Die kleinen Pilze bilden Sporen, die lediglich unter dem Mikroskop sichtbar sind. Sie wachsen nur in feuchter Umgebung. Feuchte und nasse Räume, wie sie beispielsweise nach einem Hochwasser oder durch falsches Lüften entstehen, beschleunigen das Wachstum des Schimmels.

Schimmel: So gefährlich sind Sporen für die Gesundheit
Besonders die Sporen der Schimmelpilze können die Gesundheit negativ beeinflussen. Die kleinen Partikel werden eingeatmet und können dem Körper schaden:

Schimmel verursacht allergische Reaktionen: Symptome, die häufig bei Heuschnupfen auftreten, können auch durch Schimmel ausgelöst werden. Betroffene leiden an einer laufenden Nase, Augenreizungen und Niesen. Allergische Reaktionen gegen Schimmel treten ganzjährig und häufig akut auf, besonders bei Kindern können allerdings Spätreaktionen in Form von Allergien oder Asthma auftreten.
Entzündungen der Atemwege: Schimmelsporen, welche in die Atemwege geraten, aber dort nicht selbstständig vom Körper bekämpft werden können, führen zu Entzündungen der betroffenen Stellen. Infolgedessen können Lungenbereiche vernarben, was den Gasaustausch in der Lunge und somit das Atmen erschweren kann.
Erhöhtes Risiko einer Asthmaerkrankung: Schimmelsporen können eine Asthmaerkrankung auslösen und auch verstärken. Beim Asthma kommt es zur Schwellung der Schleimhäute in den Atemwegen, Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur und einer gesteigerten Schleimproduktion. Folgen sind chronischer Husten und akute Atemnot.

Schimmel erkennen und vorbeugen

Wohnhäuser können durch Hochwasser auch langfristig durchfeuchtet sein. Nach Abfluss des Wassers sind Wände, Decken und Böden meist weiterhin betroffen. Dies begünstigt die Bildung von Schimmelpilzen und Bakterien.

So sollten Sie sich nach dem Hochwasser verhalten, um Schimmel zu vermeiden:

  • Nutzen Sie Heizgeräte und Trockner.
  • Achten Sie auch auf feuchte und kaputte Möbel.
  • Trocknen Sie besonders anfällige Bausubstanzen wie Gipsschutzschichten, Holzverkleidungen, Tapeten und Leichtbauwände.
  • Zudem empfiehlt es sich, das betroffene Gebäude von Expert*innen überprüfen zu lassen oder sich bei der Feuerwehr vor Ort zu informieren. Auch bei geringem Wasserstand, beispielsweise im Keller, kann sich Schimmel bilden. Richtiges Heizen und Lüften im Winter und ein geregelter Austausch von Feuchtigkeit sind allgemein zu empfehlen, um Schimmel zu vermeiden.

Hinweise auf Schimmel sind:

braune und schwarze Flecken an Wänden, Decken oder Möbeln modriger und muffiger Geruch

Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/news/schimmel-gesundheit

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